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Darf ich vorstellen?

 Darf ich mich vorstellen?


Missimpible. Eigentlich Missimpossible. Aber verpeiltheit lässt Grüßen.'
Auf Alle Fälle ich bin frische 17. Vor ein paar Monaten nach Würzburg gezogen und genieße mein Leben jetzt (oder eben auch nicht.)
Meine Depression hab ich schon seit 7 Jahren und seit neuestem dissoziative Persönlichkeit und alle 3 Arten von Essstörungen.
Ach ja, wie sagt man so schön? Läuft bei mirGefällt

Und jetzt um euch am Anfang mal einen Einblick in mein Leben zu geben, was ihr all die Jahre wohl leider verpasst habt (...)

Zeige ich euch eine Geschichte, die ich auf mein Leben beruhend geschrieben habe.
Bis auf das Ende. Das ist (noch nicht) passiert und wird hoffentlich auch nie passieren.


Ich und meine Depression

 

Naja, besser treffen würde es mittlerweile wohl eher meine Depression und ich. Denn das Ich ist mittlerweile sehr klein und mickrig, eingelullt von der Depression, die mein Handeln, Denken und Fühlen bestimmt. Tag ein Tag aus.

 

Gut. Egal. Warum ich das hier alles schreibe?
Nun ja, es sind wohl meine letzten Wochen zu leben. Da dachte ich mir weshalb ich nicht einmal der neunmalklugen Menschheit zeige, wie es wirklich ist eingelullt von Depressionen zu leben. Also viel Spaß bei der ersten Geschichte ohne Happy End. Ohne diesen glücklichen Augenblick der großen Liebe und ohne den entscheidenden Wendepunkt, der mich bekehrt weiterzuleben.

 

Heute, der 25.12.2015, circa 2 Wochen nach der endgültigen Entscheidung meine Tabletten selbst abzusetzen und sie zu sammeln (Ja, ich muss so tun als würde ich sie nehmen, perfekt eigentlich, da ich so auch die Möglichkeit habe an die Tabletten zu kommen), sitze ich da und schreibe das hier.

Immer wieder lässt mein Kopf die letzten Jahre Revue passieren. Wahrscheinlich einfach nur um mir eins reinzudrücken. Oder sich scheckig zu lachen über mich. Ich weiß es nicht. Ich weiß nur dass das die Norm an Weihnachten ist. Wie das Lied so schön sagt: Alle Jahre wieder.

Ich weiß nicht, ihr wollt bestimmt nicht wissen was in meinem Leben so verkorkst ist. Aber doesn't metter, ich werde es euch trotzdem antun.

 

„Nein! Ich werde nicht nochmal mit ihr reden! Ich habs doch schon tausendmal hinter mich gebracht und? Nichts!“, wiederholte ich zum x-ten mal, nach der Bitte von meinem Therapeuten es doch nochmal zu versuchen mit meiner „Mutter“ zu reden. Oder besser gesagt die Vergangenheit zu klären.
„Ja, aber eventuell hat sie sich ja mittlerweile geändert. Sie vermisst dich bestimmt und bereut es.“, meint meine neueste Therapeutin mir aufzudrücken. Oh ja. Diesen Satz. Über den kann ich mit der Zeit immer mehr lachen. Von wie vielen Leuten ich das wohl schon gehört haben muss.
„Nein. Und ich bleibe auch dabei.“, ist das letzte was ich sage bevor ich rausgehe.
Ach ja „raus“ in den wundervollen Flur der Psychiatrie in der ich mich befinde. Lohr am Main. Meine Güte bin ich stolz auf mich, dass ich es mal wieder geschafft habe durch einen misslungenen Selbstmordversuch hier zu landen. Und weshalb? Weil ich sauer auf meinen Ex war und ihm UNBEDINGT reindrücken musste, dass ich Tabletten genommen habe. Dann das übliche: Krankenwagen, Polizei ach und diesmal durfte ich sogar eine Giftspritze, Magenausspülung und künstliches Koma genießen. Und einen schmerzenden Hals und den Frust natürlich gratis dazu.
Manchmal kommen sogar diese kleinen Augenblicke, in denen ich mich freue es überlebt zu haben. Aber eben nur manchmal, wobei ich sagen muss sie häufen sich. Keine Ahnung woran das liegt aber ich bin doch relativ froh darüber.
Trotz meiner ach so tollen neuen Diagnosen. Schwere Depression, dissoziative Persönlichkeit, Anorexisch – Bulemische Phasen, abwechselnd mit Binge eating.
Oder einfacher gesagt, da dieses ganze fachgesimpel sowieso fürn Arsch ist. Ein Kopf der mir ständig sagt geh sterben mit dem netten Zusatz einer Persönlichkeit, die ihren gefallen an mir gefunden hat, die mir jeden Tag dasselbe sagt, was sowieso meine Depression schon macht. Und nicht zu vergessen dass ich hungere, doch wenn ich mal was esse es wieder auskotze und wenn ich davon die Schnauze voll hab wochenlang nur noch fresse. Und ja fresse.

Und bevor jetzt irgendjemand denkt ach die leidet an Magersucht und Bulimie, die MUSS ja dünn sein. Falsch gedacht. Seit der Einnahme von verschiedensten Tabletten habe ich sage und schreibe einfach mal 40 Kilo zugenommen. Ja, ich bin zu einem fetten, hässlichen Stück scheiße mutiert (obwohl ich das mit meinen 1.65 und 65 Kilo zuvor auch schon war).

Naja, ihr merkt schon, diese kurzen Momente dass ich doch froh bin sind halt eben nur kurz.

Wollen wir rausgehen, ham ja sowieso nix zu tun“, fragt mich meine Zimmernachbarin sobald ich das Zimmer betrete. Ich schaue auf die Uhr. 16 Uhr vorbei. Also Therapiezeit vorbei.
„Mhm, wohin?“, murmle ich so vor mich hin, während ich noch bei dem Gespräch der Psychologin bin.
„Ja, an die Tagesklinik, wohin denn auch sonst? Vielleicht will ja noch jemand mit“, antworte sie mir.
„Aja, ich geh mal die anderen Fragen.“

Ach ja, darf ich euch vorstellen? Meine Zimmergenossin. Wenigstens etwas schönes hier an der Klapse. Sie hat ungefähr meine Figur, außer dass ihre Beine etwas dünner, dafür aber ihr Bauch etwas rundlicher ist als meiner. Trotzdem finde ich sie wunderschön wie sie ist. Sie hat schwarze – oh entschuldigt maximal pigmentierte – Haut und diese typischen Locken von Schwarzen. Wir hatten zwar einen schweren 2. Start, nachdem ihre Persönlichkeit meinte so just zu wechseln ohne Vorwarnung und sie sich einfach mal an ich glaube ein halbes Jahr ihres Lebens nicht erinnern konnte, und somit auch nicht an mich, aber wir verstehen uns sogar beim zweiten mal gut. Mit ihr habe ich auch schon viel scheiße gebaut. Halb Lohr ausgeraubt – natürlich mit dem Fingerspitzengefühl echter Diebe ohne erwischt zu werden, und mein halbes Hirn weggekifft um wenigstens ab und zu von der ganzen Scheiße meine Ruhe zu haben.

Nachdem fast die ganzen anderen Spaten aus der Klapse mitkommen wollen machen wir uns auf den weg. Chillen mal wieder und rauchen heimlich Shisha und versuchen uns irgendwie von unserem scheiß Leben abzulenken.

 

Tja und dann, 3 Wochen später war meine Entlassung da. Nach einem Gespräch mit meinem Vater, meiner Mutter (*würg*), meinem Jugendamt, dem Oberarzt und der Psychologin war es klar, dass ich in ein Heim muss. Und nach der Besichtigung war klar welches. Also wurde ich erst einmal nachhaus entlassen um 4 Tage später – um genau zu sein am 5.10.2015 – in das wundervolle Heim in Würzburg zu ziehen. Ach und das wundervoll war ja überhaupt nicht ironisch oder so. Neeein.

Auf alle Fälle dachte ich dass jetzt endlich eine neue Ära einbrechen würde, aber da het jemand hat mal wieder falsch gedacht.

Etwas wehmütig packe ich dann 4 Tage später meine ganzen Sachen ins Auto und mache mich mit meinem Vater auf den Weg zum 1 Stunde entfernten Würzburg. Um wieder einmal eine neue Therapeutin – bzw wie ich dann erfahren durfte Heilpädigogin – zu bekommen und meine ganze Lebensgeschichte wiederholt zu erzählen.

Achso, ja meine Lebensgeschichte, da war ja noch was was ich noch garnicht erwähnt hatte.
Kurzfassung: Meine Mutter schmiss mich mit 13 Jahren, nach 3 Jahren des Transalierens und Zusammenschreiens erster Klasse, raus mit den Worten „Wenn du jetzt gehst brauchst du nie wieder kommen“. Und Leute glaubt mir. Ich hatte Grund zu gehen. Etwa 3 Monate später bereute sie alles und wollte mich zurück haben, aber dann hatte ich kein Bock mehr. Und nochmal etwa 3 Monate später brach ich den Kontakt endgültig ab, was bis heute so geblieben ist.
So jetzt sollte man meinen ja sie ist ihre böse Mutter los glücklich leben bis ans Lebensende.

Aber naja. Da gabs 2 Sachen die den Plan da etwas durchkreuzte. Einerseits meine Depression, die ich - kaum zu glauben – schon seit ich 10 war habe. Und andererseits um des Märchenswillen meine Stiefmutter mit der ich mich gar nicht vertrug.
Also kam ungefähr ein Jahr später, als ich dann 15, fast 16, war, der Entschluss ich ziehe in meine eigene Wohnung. Und zwar in die Wohnung über der Gaststätte meines Vaters, wo gerade mein Cousin dabei war auszuziehen.
Also zog ich im Oktober, nach meinem zweiten Klapsenaufenthalt, dort ein und wollte mir eigentlich so ein schöneres Leben schaffen.
Aber so dieser Faktor Depression war natürlich immer noch im Weg.

 

Also stehe ich da heute, ein Jahr und 2 Klapsenaufenthalte, sowie 2 Suizidversuche später, vor meinem neuen Zuhause.
Mit meinem Erziehungsbeistand und meinem Vater machte ich mich daran all meine Habseligkeiten da hochzuschleppen. Ich werde sie vermissen, also meinen Erziehungsbeistand. Sie war mir mittlerweile wie eine gute Freundin, durfte mich nur leider nicht weiter betreuen in dem Heim.

Also schafften wir alles in mein neues Zimmer und ich machte mich dabei meine Sachen auszupacken, während ich mich total unwohl dabei fühlte, dass meine Zimmernachbarin mich dabei beobachtete. Beziehungsweise es juckte sie glaube ich alles nicht, aber ich fühlte mich beobachtet.
Das schöne war, dass ich mit dem Mädchen in ein Zimmer war, das mir schon bei der Besichtigung total Sympathisch war. Blond, schöne gesunde Kurzen, eine Emo – Frisur (was sie schon sehr Symphatisch machte) und vielleicht 1.55 groß.
In meinen Augen das perfekte Mädchen zum verlieben. Also wäre ich ein Junge.

 

Wie sich dann herausstellte verstanden wir uns auch prima.

Das beste und entscheidenste Ereignis war dann die geplante Massenschlägerei. Einer hatte wohl einer Schwangeren in den Bauch geboxt und da hatten wir zwei entschlossen da doch mal mitzugehen. Ich eher nur zum zusehen, sie zum mitkämpfen.
Naja, stattgefunden hatte sie dann nicht, da die Bullen irgendwie davon wind bekommen hatten, aber dadurch haben wir Menschen kennengelernt, mit denen wir, wie sich herrausstellte, dann jeden Tag abhängen konnten.
Und zwar die Menschen vom Bahnhof. Nicht die Punks die immer da waren und um Geld bettelten – obwohl wir die nach und nach auch immer mehr mochten – aber wir waren bei den anderen Grüppchen die sich immer weiter vorne am Bahnhof versammelten.

Am Anfang habe ich es gehasst dort hin zu gehen. Warum? Weil ich mich unwohl fühlte, da meine Heim Zimmergenossin so viele Freunde dort fand und ich immer nur das mitbringsel war. Und natürlich war das die perfekte Angriffsfläche für meine Persönlichkeit um mich immer mehr fertig zu machen.
Aber irgendwann schaffte ich es irgendwie Kontakt zu knüpfen und dadurch entwickelte sich immer mehr so etwas ähnliches wie Freundschaft zu den Menschen dort.

Also hatte ich jeden Tag etwas zu tun und musste nicht in der scheiß WG abhängen und hatte nebenbei sogar ein halbwegs angenehmes Leben.

Das war dann die Zeit in der ich sogar mal annähernd sowas wie Glück empfand. Ich hatte Leute die mich mochten, bis auf meine alte, liebe, tolle Clique aus meinem Heimatsort, und sogar ein paar Männer die mich begehrten, was ich lange nicht mehr hatte.
Also die Männer die mich begehrten kamen erst später dazu. So vor ein paar Wochen fing das an, aber es war irgendwie etwas aufbauend zu wissen, dass ich doch noch begehrenswert war und nicht dieses Stück scheiße, für das ich mich hielt.
Naja, 6 Wochen nach meinem Einzug in der WG zog ich auch schon wieder um. Ich blieb in Würzburg und ging einfach nur in die dazugehörige Verselbstständigungs-WG.

Naja, obwohl man es nicht unbedingt so nennen konnte denn außer dass ich mein Handy 24 Stunden am Tag hatte und nicht erst ab 16 Uhr raus durfte war es nicht viel anders, nur dass die Betreuer dort absolut fürn Arsch waren.

So versuchte ich einfach jeden Tag am Bahnhof abzuhängen und mir die Birne mit meiner Zimmergenossin wegzukiffen und wegzusaufen um alles zu vergessen. Ging nur wenn es musste in die WG und redete nur mit jemanden wenn es sein musste von dort.
Also mein Leben lief eigentlich, bis auf die Tatsache mit der WG, und ich konnte mich kaum beklagen. Schule lief auch nur einser zweier und dreier (was wohl endlich mal meinen Anforderungen genügte) und Freunde hatte ich auch, obwohl die Betreuer nicht mal wissen durften woher sie kamen, sonst wär wahrscheinlich Kontaktverbot angesagt.
So lebte ich so vor mich hin, feierte meinen 17. Geburtstag (an dem ich im übrigen eine riesen Auseinandersetzung mit einer Mitbewohnerin hatte, die mir einigermaßen den Geburtstag versaute und die mir noch dazu einen Nervenzusammenbruch beschert hatte) und versuchte irgendwie zu verdrängen dass Dezember war mit Weihnachten und co.
Was gut klappte.

Doch dann der entscheidende Wendepunkt:
2 Kumpel von mir meinte sich in ne Schlägerei zu verwickeln. Bzw. einer der andere hatte ihn nur frei laufen lassen um den Schlag zu verpassen.
Oh war ich sauer, dass der andere es nicht verhindern wollte. Ich – pazifistin – war mega angepisst auf alle beide. Vor allem da der, mit dem ich unterwegs war (der der es nur nicht verhindert hatte) dann noch zur Polizei musste und mich Abends um 10 einfach mal alleine in Würzburg lies.
Ich weiß nicht warum. Aber das war der entscheidende Punkt, den meine Persönlichkeit nutzte.
Und jetzt sitze ich da. 20 Tabletten schon zusammengesammelt (und ein paar Schlaftabletten) und will immer noch sterben. 2 Wochen nach dem ganzen Drama. Was sehr ungewöhnlich ist. Vor allem da meine Persönlichkeit es geschafft hatte mich selbst zu überzeugen.

Am liebsten würde ich irgendwie alles in diesen Text mit reinschreiben. Meine Gedanken, Gefühle, alles.
Aber es würde zu lange dauern.
Die Geschichte des Mobbings. Des Ausnutzens. Betrügens. Alles. Wie schrecklich ich mich fühlte. Wie verzweifelt ich war.
Doch das einzige was ich noch sagen will ist. Jeden Tag begleiten mich diese Gedanken:

 

  • Hässliches Stück Scheiße

  • Geh sterben

  • Niemand wird dich vermissen

  • Fettes Miststück

  • Eine einzige Enttäuschung für jeden

  • Niemand mag dich

 

Und trotz einem vielleicht sogar einigermaßen Akzeptablen Leben kann und will ich nicht mehr. Denn stellt euch vor jemand würde Permanent so etwas zu euch sagen. Oh nein am besten noch 2 Leute, so wie bei mir.
Irgendwann hälst du es nicht mehr aus.

 

Warum ich das erzähle? Ich habe keine Ahnung. Ehrlich. Vielleicht einfach um endlich mal meine Gefühle zu zeigen und nicht ständig jedem zu sagen wie gut es mir geht.
Und jetzt – genau heute – werde ich die Geschichte veröffentlichen.
Genau nachdem ich die letzte Tablette geschluckt habe und hoffe dass es kein Morgen mehr geben wird.
Wer diese Geschichte geschrieben hat? Das wird wohl ein Geheimnis bleiben.

Und zu guter letzt:
Hier noch mein Lieblingsmotto:
Warum ich so gerne lese? Weil Bücher etwas haben, was mein Leben nie haben wird: Ein happy end.

Und damit bye bye schöne Welt. Vielleicht rüttelt es ja doch manche Menschen wach, dass Depression kein Aufmerksamkeitsspiel ist und auch nichts mit der Momentanigen Lebenssituation zu tun hat.

2 Kommentare 27.12.15 22:35, kommentieren